Neuordnung und Neuanfang

 

Anlässlich der Regionalkonferenz in Hauterive, machte mich Dom Gillaume auf die Unterscheidung zwischen reform (Neuordnung) und renouveau (Neuanfang) in der Kirche  und unseren Gemeinschaften aufmerksam. Diese Idee war für mich der Anlass, über die Entwicklung meiner eigenen Gemeinschaft und über meinen Dienst als Abt nachzudenken. Es ist mir tatsächlich bewusst geworden, dass viele Spannungen, viele Bedenken oder Forderungen, viele Ängste oder Unbesonnenheiten durch die Verwirrung im Verständnis dieser beiden Ausdrücke, dieser beiden Bewegungen bedingt sind. Und vielleicht haben desshalb, die drei oder vier Generationen, aus denen meine Gemeinschaft besteht und unsere Gemeinschaften bestehen, auf diesem Niveau Mühe, in der Tiefe in Einklang zu kommen.

 

Die Neuordnung ist im Grunde schnell gemacht. Man kann sie auch in einem gewissenen Sinne auferlegen, indem die eine oder andere Sache angepasst wird. Der Neuanfang ist im Gegenteil ein viel tiefgreifenderer Vorgang. Er kommt aus dem Inneren. Man kann ihn vorschlagen, aber nicht ihn auferlegen, denn der Neuanfang ist eine Metanoia, bei der es auf das Miteinander von persönlicher Freiheit eines jeden einzelnen und dem Wirken der Gnade, dem Wirken des heiligen Geistes, ankommt.

 

Nach dem Vatikanischen Konzil II konnte man sehen, wie eine gewisse Neuordnung sich rasch vollzog; der Neuanfang dagegen ist noch dabei, sich zu verwirklichen. Oft hat man sich mit der Neuordnung zufrieden gegeben und den Aufruf zum Neuanfang vergessen. Das kommt daher, weil die Neuordnung durch Dokumente, Verfügungen, Entschlüsse und äussere Veränderungen durchgezogen werden kann; der Neuanfang ist das Werk des Geistes. Oft sind es die Heiligen, die nach den Konzilien den Neuanfang der Kirche in Gang bringen.

 

Auch für unsere monastischen Gemeinschaften und für jede Gemeinschaft gibt es Zeitabschnitte, in denen sich Neuordnungen aufdrängen und verwirklichen. Aber das sind Zeitabschnitte. Man kann nicht fortwährend die Lebensformen einer Gemeinschaft ändern, denn die Formen stehen im Dienste eines Wertes, der in uns wachsen soll, und es braucht Zeit und Standfestigkeit in den Lebensformen, damit die tiefgehenden Werte sich in den Personen verwurzeln.

 

Der Neuanfang dagegen ist das, wozu wir fortwährend aufgerufen sind. Es ist ein wenig wie im Leben eines Körpers. Äusserlich kann und soll er nicht fortwährend seinen Gesichtsausdruck, seine Gestalt und seine Kraft ändern. Aber es gibt einen beständigen, fast unmerklichen inneren Vorgang, der bewirkt, dass der Körper am Leben bleibt. Um zu leben ist es nicht nötig, täglich zehn Zentimeter zu wachsen, noch jeden Tag unsere Arme und Beine auszuwechseln. Notwendig aber ist, dass das Herz fortwährend schlägt, und die Lungen atmen. Der Stoffwechsel jeder Zelle unseres Organismus muss gleichbleibend sein.

 

In dieser Bewegung, diesem Wechsel, in diesem Leben besteht die Gnade des Neuanfangs.

Jede unserer Gemeinschaften befindet sich, glaube ich, in einer Phase, in der die Schwierigkeit nicht so sehr darin besteht, unsere Lebensformen zu erneuern, sondern darin, in ihnen in vollem Umfang das Leben zu empfangen, um dessentwillen sie uns gegeben worden sind.

Es gibt für jede Gemeinschaft der Kirche wie für jede einzelne Person Zeiten der notwendigen Neuordnung, aber wesentlich ist der fortwährende Neuanfang. Sich mit äusserlichen Neuordnungen zufrieden geben, ohne in eine Bewegung des inneren Neuanfangs einzutreten ist unfruchtbar. Wenn man nur die Neuordnung will, ohne den inneren Neuanfang der Bekehrung anzunehmen, wird man früher oder später unzufrieden mit allem. Die Neuordnung kann den Neuanfang begünstigen: sie ersetzt  ihn nicht.

 

Die ersten öffentlichen Worte Jesu waren: „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe!“ (Mt 4, 17). Die Gnade seiner Gegenwart war da, geschenkt; seine Inkarnation war die Wirklichkeit eines Menschen, der mitten unter den Menschen anwesend war. Aber sein anfänglicher Aufruf macht uns klar, dass den Menschen  das eine fehlte, damit das Ereignis seines Kommens vollkommen sein Ziel erreiche: die Umkehr. Für einen Neuanfang ist die Bereitschaft zur Umkehr nötig.

 

 Doch ist die Umkehr, bevor sie eine Lebensänderung ist, eine Änderung der Lebensrichtung. Die Umkehr bestimmt den Sinn unseres Lebens. Ein Bekehrter ist noch kein Heiliger, aber er ist einer, der sich in eine Richtung wendet, die Heiligkeit möglich macht. Ohne diese Bereitschaft zur Bekehrung kann die Gnade eines Neuanfangs keine Wurzel fassen. Ohne Bereitschaft zur Bekehrung, sich in eine Richtung zu wenden, in die uns die Gnade zieht und drängt, bleibt die Gnade vergeblich für uns; sie kann uns sogar zum Hindernis werden.

 

Während eines „Wüstentages“ habe ich im Wald von Hauterive einen Platz entdeckt, an dem sich mir plötzlich ein sehr schöner Gesamtblick der Abtei und ihrer Domäne darbot. Ich habe mich dort beinahe zwei Stunden aufgehalten, um zu meditieren und zu beten. Das war im Monat Mai. Alles war schön: die Natur, die Zeit, die Felsenwand, die Felder, der Wald, die Gebäude des Klosters, die innere Sammlung...

Aber in einem bestimmten Augenblick habe ich mich gefragt: wozu das alles? Wozu ist diese Schönheit gut? Wozu vor allem ist die Begünstigung, in dieser Schönheit zu leben, gut?

Wenn die Schönheit, die Ruhe, der Friede ein Ziel in sich selbst sind, welch eine Selbstsucht, welch ein Eigenbrötlei! Man müsste sich geradezu schämen, an einem solchen Ort zu leben.

 

Es gibt nur eines, was das alles rechtfertigen kann, was rechtfertigen kann, dass uns das alles gegeben und vorgemerkt ist: der Anruf, Christus zu lieben. Wenn das alles nicht dazu da ist, den Herrn mehr zu lieben, wird es sinnlos, es würde uns verurteilen. Ohne Christusliebe würde die ganze Schönheit unserer Orte und unserer Klöster zu einer Art von Verurteilung.

 

Die Liebe Christi ist genau die Richtung, zu der wir fortwährend aufgerufen sind, uns hinzuwenden, uns mit unserem ganzen Leben zu bekehren. Die Liebe Christi ist das Herz des Neuanfangs in unserem Leben und in unseren Gemeinschaften. Ohne diese Richtung wird alles, was uns als Geschenk, als Gnade, als starke Erfahrung gegeben ist, zu einem Traum oder eher zu einem Schmuckfigürchen, das man auf ein Möbelstück stellt, nur mit der einen Aufgabe, den Staub der vorübergehenden Zeit anzuhäufen. Alles unterwirft sich der vorübergehenden Zeit, anstatt ein Ferment zu werden, das die vorübergehende Zeit umformt und umgestaltet.

 

Diese Bekehrung, dieses eine Richtung einschlagen in unserem Leben, in unseren Gemeinschaften ist nicht einmal für immer entschieden. Sie ist immer zu erneuern, neu aufzugreifen. Dann, wenn die Formen für Gott da sind, werden die Neuordnungen zu einem Neuanfang.

 

Es ist eine Wirklichkeit, die wir alle erfahren können: wenn wir, wenigsten als Sehnsucht, einwilligen, uns auf die Liebe des Herrn zu sammeln, geschieht alles, was Gebot, Observanz, Pflicht und Verantwortung ist, aus Gnade, und was Form, Regel und Struktur ist wird Leben, Lebensweg.

 

Die Bekehrung, Christus, die nicht geliebte Liebe, zu lieben ist das Wesentliche in jedem christlichen Einsatz. Der Mensch, der den Herrn liebt, erfüllt das ganze Gesetz.

 

Wenn ich die Müdigkeit in mir oder in der Gemeinschaft aufsteigen und drückend werden  fühle, Böswilligkeit sehe, besagt das, Christus wird von uns nicht genug geliebt, dass wir nicht genug für Ihn leben, dass unsere Lebensformen nicht ausreichend dazu dienen, für Gott zu leben...

 

Der Auferstandene Christus bittet uns um unsere Liebe wie den Simon Petrus (Joh 21, 15 ff), und die ganze Bekehrung besteht in der Wiederholung der Entscheidung des Petrus, der mit „Ja“ antwortet, der die Liebe Christi als grundlegende und vorrangige Richtung des Daseins aufnimmt und das trotz der bekannten Sünde und Untreue.

 

Wenn es eine Umkehr gibt, die darin besteht, Christus lieben zu wollen, durch Liebe, seiner Liebe antworten zu wollen, dann folgt darauf die Bekehrung in allen anderen Bereichen. Es handelt sich nicht darum, sich von einer Unvollkommenheit zu einer Brauchbarkeit, von einem Laster zu einer Tugend zu bekehren. Es geht darum, sich ständig neu zu der Entscheidung hin zu bekehren, den Herrn zu lieben, und es wird die Bekehrung auf allen anderen Gebieten gnadenhaft folgen oder Gott gebraucht unsere Unvollkommenheiten und Laster als demütiges Holz, um die Flamme unserer Liebe für Ihn anzufachen.

 

Es gibt, glaube ich zwei Haltungen, die grundsätzlich unsere Liebe zu Christus und einen wirklichen Neuanfang in unserem Leben und in unseren Gemeinschaften bedrohen: der Voluntarismus und die Lauheit.

 

Der Voluntarismus will sagen: in sich selbst die Energie für die Anstrengung zur Bekehrung suchen. Es gibt einen Unterschied zwischen der willensmässigen Anstrengung und dem Opfer.  Beide beinhalten eine Anstrengung, aber die erste sucht, wie ich gerade gesagt habe, die Kraft in sich selbst; das Opfer ist eine Anstrengung, die ihre Energie in der Liebe findet. Für die Liebenden ist das Opfer keine Schwierigkeit. Es kann sicherlich schwer und mühsam sein, aber es ist keine Schwierigkeit. Eine Mutter sucht die Gründe, sich für ihre Kinder zu opfern, nicht ausserhalb ihrer Liebe für sie.

 

Die Lauheit ist die Haltung, die es nicht mehr möglich oder wünschenswert glaubt, dass das Leben eine Bekehrungsenergie haben könnte. Es muss gesagt werden, dass die Lauheit oft die Frucht des Voluntarismus ist. Die Lauheit ist oft ein enttäuschter Voluntarismus. Man ist enttäuscht über seine eigene Anstrengung,  oder Anstrengungen und schliesst daraus, dass man von Gott enttäuscht sein kann. Man denkt nicht daran, dass die Enttäuschung von der Tatsache herrührt, dass die erwünschte Änderung noch von sich selbst erwartete wurde und nicht von Gott.

 

Ich glaube, dass diese Gefahren des angenommen Voluntarismus und der Lauheit immer eine monastische Gemeinschaft bedrohen und die Gnade des Neuanfangs behindern, denn sie wandeln die straffen Neuordnungen zum Neuanfang in einen gewaltsamen Reformismus ab (wenn man denkt, eine Neuordnung noch auferlegen zu können) oder in einen enttäuschten Reformismus (weil es nicht mehr gelingt, ihn aufzuerlegen). Mir scheint, dass der intime, intellektuelle, individuelle, spirituelle Rückzug, ein wenig new-age, von vielen früheren „Reformatoren“ gerade die Frucht eines gewaltsamen und enttäuschten Reformismus ist.

 

Ich glaube also, dass die Bedingung dafür, dass eine monastische Gemeinschaft in eine Bewegung eines wirklichen Neuanfangs eintreten kann, vor allem die ist, gemeinsam das lebendige Bewusstsein des letzten Sinnes unseres Lebens zu vertiefen, nach allen Blickrichtungen und Formen, die es ausmachen.

Helfen uns unser Gemeinschaftsleben, unsere Zeiten der Aussprache, unsere Ausbildung, die Frage lebendig zu halten, die sich der heilige Benedikt stellt, um die Berufung eines jeden Kandidaten zu unterscheiden: „ob er wahrhaft Gott sucht“ (RB 58, 7)? Oder die Frage die sich der heilige Bernhard ständig stellte: „Bernarde, Bernarde, ad quid venisti?“ (Vita 1, 4): Bernhard wozu bist du ins Kloster gekommen? Was ist das letzte Ziel deiner monastischen Berufung im Kloster?

 

Ich stelle für meine Gemeinschaft fest, dass die Augenblicke, die uns bei der Umkehr hilfreich sind und einen gewissen Neuanfang auslösen, die Augenblicke sind, die uns helfen, uns gemeinsam des letzten Sinnes unseres Lebens, unserer monastischen Erfahrung bewusster zu  sein und die uns helfen, mehr nach diesem letzten Sinn zu verlangen,  die Schönheit und Wahrheit darin, die uns nach ihm verlangen macht, besser zu vernehmen.

 

Wenn dieser Aufbruch geschieht, entdeckt man, dass selbst die traditionellsten Observanzen, die traditionellsten Formen wieder lebendig werden können und leben. Es ist ihr Sinn und das Wissen um ihren Sinn, was die Formen von Innen heraus erneuert, und ich glaube, darin liegt die Erfahrung des Neuanfangs.

 

Fr. Mauro-Giuseppe Lepori O. Cist., Abt von Hauterive 




Überlegungen zum Neuanfang in unseren Gemeinschaften

 

Die Texte der Beiträge von Dom MAURO (Hauterive) und von Dom GUILLOME (Mont des Cats) sind im Anhang aufgeführt.

 

Austausch ausgehend von diesen beiden Vorträgen:

 

„Wie die Jungen in unseren Gemeinschaften für die Ausbildung zur Communio gewinnen, diese Jungen, die mehr und mehr Individualisten sind und die dennoch einen grossen Durst nach Communio haben?“ Es kann nötig sein, die Ausbildungszeit zu verlängern, Hilfen von aussen zu erbitten (psychologische Hilfe, Tagungen zur Heilung). Der Individualismus der Jungen ist eine Furcht der Communio. In der Begleitung der Jungen ist es wichtig, jenen echte Urformen der Paternität anzubieten, die keinen wirklichen Vater und keine wirkliche Mutter hatten.

Sie sind Individualisten, aber in der Art eines „offenen“ Individualismus (im Unterschied zu den vorausgehenden Generationen), eine Anfrage an die ganze Gemeinschaft:  Die Jungen müssen in der Gemeinschaft „das Verlangen, sich zu bewegen“ finden, dass sie darin aufgenommen werden als solche, die sie sind, mit ihren Grenzen. Die ganze Gemeinschaft ist auf dem Weg der Bekehrung. Die Jungen haben den Wunsch, zu sehen, dass die Gemeinschaft weiss wohin sie geht.  Sie haben das Bedürfnis ihre Schritte in die Spuren derer zu setzen, die ihnen vorausgehen. Es ist wichtig, zu erkennen wer man ist und was man macht. Wir sind verantwortlich für das, was die Jungen werden möchten. Wenn wir nicht in Christus verankert sind, was wird er dann für sie sein?

Die gegenseitige brüderliche Hilfe spielt eine grosse Rolle. Verschiedene Formen wurden ausprobiert. Hier sind Aussprachen eingeführt, in denen man äussern kann was geht und was in der Gemeinschaft nicht geht, in denen man seine Schwäche ausdrücken kann. An anderen Orten, an denen die Treffen zur brüderlichen Unterstützung sich schon in der ganzen Gemeinschaft vollziehen, hat eine Gruppe der Jüngsten gewünscht noch weiter zu gehen. In dieser kleinen Gruppe „des Austausches und der Hilfe“, zeigt man sich so wie man ist, mit seinen Reichtümern und Grenzen, man tauscht sich auch über das aus, was Schwierigkeiten macht in der Gemeinschaft (Verspätungen, wie man mit der Arbeit umgeht...). Das ist anspruchsvoll und es verlangt Wachsamkeit, z. B. darüber, wie man von den Abwesenden spricht und darüber, während des ganzen Austausches die Tiefe zu wahren. Eine dieser fruchtbaren Rollen besteht darin, die Aufmerksamkeit des anderen auf einen „blinden Fleck“ zu lenken. Man kann auch im Kapitel einen schweren Fehler bekennen oder genannt hören, aber in Gegenwart der Jungen, die auch Zeugen des Fehlers waren. Es ist nötig in der Klarheit zu leben.

Aber hüten wir uns davor, zu sehr nach Plan voranzugehen. Der Neuanfang hat schon seit dem Vatikanum II begonnen Die neuen Gemeinschaften sind anziehend, erscheinen aber manchmal eher wie Bewegungen einer Gegenreform, denn als Orte des Neuanfangs. Vermeiden wir es, der „heidnischen“ Begeisterung der grossen Zahl nachzugeben: nach dem Bild der Kirche in Frankreich kennen unsere Gemeinschaften eine grosse Lebenskraft. Wir gehen dicht hinter den Beschlüssen des Konzils einher, aber ohne Überstürzung: mit feiner Unterscheidung, Zurückhaltung und Mässigung. Andererseits ist die „Neuordnung“ nicht beendet (z. B. das Schuldkapitel). Sie betrifft die Observanzen, aber auch den ganzen Lebensrahmen unserer Gemeinschaften (Veränderungen der Ökonomie, der Arbeit, Altern, Arbeiten...). Die Neuordnungen rufen zu einem Neuanfang auf, zu einer Re-Evangelisation der Formen. Uns kommt es jetzt zu, das „verrückt für Christus“ zu vervielfachen.

Auch die Strukturen unserer Gemeinschaften rufen uns an. Einer der Teilnehmer findet in ihnen bis zu vier, sehr verschiede Generationen: 1. Die hochbetagten, die sehr lebendige Formen leben, 2. Die enttäuschten Reformierten, die sich in den Intellektualismus zurückgezogen haben, 3. die vierzigjährigen, die es ablehnen, sich einsinken zu lassen durch die vorausgehenden Generationen, die glücklich sind über die nachkommenden Generationen und endlich 4. diese junge Generation mit einem grossen Verlangen nach glaubwürdigem Leben.

In Deutschland lässt die Kirche eher eine gewisse Traurigkeit erkennen: sie ist gut gestaltet, gut geformt, aber sie nimmt ab, ist entblösst, auch das ist eine Gnade, die der Armut.

 

Welches ist letztendlich das Antlitz Christi, das heute anzieht? Jenes weswegen wir verrückt zu sein haben, dem wir zu folgen haben: der arme Christus, der mitleidende, barmherzige Christus und auch der Christus, dem wir „gemeinsam folgen“ in unserem zönobitischen Leben in der Wüste, nach der Regel des heiligen Benedikt. Das ist noch der gegenwärtige Christus, der, mit dem wir Erfahrungen machen. Die Gemeinschaft sichert mir nicht die Gegenwart. Es ist die Gegenwart Christi, die Gemeinschaft hervorbringt.