Bedeutende Erfindungen und ihre Anwendungen waren für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in den letzten Jahrhunderten ausschlaggebend. Die Folge war eine zunehmende Ausstattung der Menschen und ihres Umfeldes mit Sachkapital.
| Gründe
gestiegener Kapitalausstattung Im 18. Jahrhundert: Die Dampfma
schine und die sich zunächst in England entwickelnde Textilindustrie.
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Bedeutende Erfindungen und ihre Anwendungen waren für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in den letzten Jahrhunderten ausschlaggebend. Die Folge war eine zunehmende Ausstattung der Menschen und ihres Umfeldes mit Sachkapital.
Alle
diese Entwicklungen führten zu umfangreichen Strukturwandlungen und machten
staatliche Regelungen notwendig
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Leider fehlen verläßliche statistische Daten über die Entwicklung der Kapitalintensität, d.h. des reproduzierbaren Anlagevermögens (Kapitalstock) je Erwerbstätigen seit der industriellen Revolution. Die seit dem zweiten Weltkrieg verfügbaren Angaben lassen erkennen, daß die Kapitalintensität in den alten Bundesländern heute fast fünfmalso hoch ist als 1950 (vgl. im Kasten anzuklickendes Schaubild).
Auf jeden Bürger entfallen viel mehr materielle Güter in Form von Ausrüstungen, gewerblichen und staatlichen Bauten sowie Wohnungen als noch vor einigen Jahrzehnten.
Insbesondere kann die maschinelle und bauliche Ausstattung der Arbeitsplätze als der wichtigste Faktor für die gestiegene Arbeitsproduktivität angesehen werden
| Zusammenhang
von Kapitalintensität, Arbeitsproduktivität und Kapitalproduktivität Die Variablen Arbeitsproduktivität und Kapitalintensität stehen über die Kapitalproduktivität in folgendem Zusammenhang: Arbeitsproduktivität
= Kapitalproduktivität Das im obigen Kasten anzuklickende Schaubild (linke Seite) zeigt diesen Sachverhaltt, wobei
Die Entwicklungen von Kapitalintensität und Arbeitsproduktivität unterscheiden sich somit durch die der Kapitalproduktivität. Steigt (sinkt) die Kapitalproduktivität, entwickelt sich die Arbeitsproduktivität schneller (langsamer) als die Kapitalintensität. Graphisch wird dieser Zusammenhang dadurch ausgedrückt, daß die summierten Log-Kurven von Kapitalintensität und Kapitalproduktivität gleich der Arbeitsproduktivität sind (vgl. linken Teil des obigen Schaubilds). Ist im Grenzfall die Kapitalproduktivität wieder so hoch wie in der Ausgangsperiode, gleicht der Anstieg der Arbeitsproduktivität demjenigen der Kapitalintensität (vgl. die Werte von 1980) |
(vgl. Schaubild, linker
Teil). Sie ist damit heute eine der bedeutendsten Quellen der Wohlstandssteigerung.
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Die gestiegene Kapitalintensität hat den Bedarf an Anlagevermögen und damit die Kosten für einen neuen Arbeitsplatz wesentlich erhöht. In vielen Fällen können diese Kosten nur von größeren Einheiten, seien es Unternehmen oder Verwaltungen, aufgebracht werden. Infolgedessen sind die Unternehmens- und Verwaltungseinheiten größer geworden.
Größere Unternehmen und Verwaltungen werden aber auch komplexer, was sich unter anderem in einer geringeren Anpassungsfähigkeit und erhöhten Störanfälligkeit niederschlägt.
Es ist verständlich, daß der Übergang zu kapitalintensiveren Produktions- und Verwaltungsverfahren neue Probleme aufwirft, wie Fragen des Unfall- und Umweltschutzes, der Versicherung usw. Die zunehmende Anzahl der hiermit verbundenen Auflagen, Anweisungen und Gesetze vermindert die Übersichtlichkeit und erhöht die Gefahr, daß sie sich gegenseitig neutralisieren.
Mit der Komplexität einer Anlage nimmt die notwendige Spezialisierung zu, doch ist die geringere Übersichtlichkeit gewissermaßen ihre Kehrseite.
Eine realistische Vorstellung von den wesentlichen Elementen eines verzweigten Produktions- oder Verwaltungsprozesses läßt sich nur noch mit viel Aufwand gewinnen.
Folgenschwerer ist, daß viele Verantwortliche in Unternehmen und Verwaltungen nicht mehr die Sachkenntnisse besitzen, die den steigenden Anforderungen entsprechen. Sie sind oft außerstande, die Zusammenhänge zu erfassen und erteilen daher Anweisungen, die unverständlich, unausführbar oder kontraproduktiv sind. Bisweilen nutzen Leiter bestimmter Abteilungen diese Situation, um ihre Einheiten unnötig aufzublähen und mit dem Hinweis auf das Anwachsen der unterstellten Dienste ihre Stellung zu stärken.
Darüber hinaus sind heute an einem Produktions- oder Verwaltungsvorgang wesentlich mehr Personen oder Einheiten beteiligt als früher. Je mehr Organe an einer Entscheidung mitwirken, um so breiter ist die Verantwortung gestreut. Die eigentliche Zuständigkeit verschwimmt, und keiner fühlt sich mehr wirklich verantwortlich. Im Fall einer Beanstandung oder Fehlentscheidung können sich alle Beteiligten hinter einem anderen verstecken.
Tritt ein Problem auf, wird oft eine neue Verwaltungseinheit oder ein neues Gremium (Ausschuß, Komitee, Arbeitsgruppe usw.) eingesetzt.
In der Regel wird dabei nicht berücksichtigt, daß vorhandene Instanzen diese Aufgabe mit weniger neuen Ressourcen ebenso gut oder gar besser bearbeiten können. Manchmal versucht ein neu geschaffenes Gremium, die Informationen und Kenntnisse der existierenden Organe heranzuziehen, was zu Frustrationen bei den übergangenen Einheiten und zu gegenseitigen Reibereien führt, die die Effizienz beeinträchtigen.
Die größere Komplexität von Produkten, Unternehmen, Verwaltungseinheiten und Kommunikationswegen geht oft mit geringerer Anpassungsfähigkeit einher. Einerseits liegt dies an den technischen Charakteristiken oder Anforderungen moderner Produkte. So können beispielsweise Hochgeschwindigkeitszüge ihre Vorzüge nur auf entsprechend ausgebauten Strecken entfalten. Andererseits trägt auch die größere Komplexität der Vorschriften und Verwaltungsvorgänge sowie der befaßten Entscheidungsgremien und -verfahren dazu bei, daß die interne Flexibilität abnimmt. Manche Verwaltungen vermitteln sogar den Eindruck, daß sie aus eigener Kraft ihre Effizienz nicht mehr erhöhen oder wiederherstellen können.
Das Problem ist noch komplizierter, wenn mehrere Verwaltungseinheiten mit jeweils anderen Aufgaben am Planungs- und Entscheidungsprozeß beteiligt sind. Soll zum Beispiel eine neue Eisenbahnstrecke zwei dicht besiedelte Zentren verbinden, ist die Zahl der zu befassenden Instanzen fast unüberschaubar.
Das hoch technisierte Räderwerk unserer modernen Wirtschaft ist im Laufe seiner Entwicklung für Störungen anfälliger geworden. Die Zahl der neuralgischen Punkte, an denen sich selbst eine kleine Störung folgenschwer auswirkt, hat beträchtlich zugenommen.
Wesentlich bedenklicher ist es, wenn die Störanfälligkeit unserer Gesellschaft bewußt ausgenutzt wird. Eine kleine Personengruppe kann mit verhältnismäßig geringem Aufwand das gesellschaftliche Leben so stark beeinträchtigen, daß sich die Gegenpartei schließlich gezwungen sieht, auf ihre Forderungen einzugehen, selbst wenn dieses Einlenken kaum tragbar ist.
Zwar wurden vorstehend vor allem abträglichen Folgen der höheren
Kapitalintensität aufgezählt, doch darf dies nicht über die mit ihr verbundenen
Produktivitäts- und Wohlstandssteigerungen hinwegtäuschen (vgl. Schaubild
Kapitalintensität ...), so daß die Summe
ihrer Wirkungen eindeutig positiv ist. Auch muß die Kapitalintensität in absehbarer
Zeit weiter steigen, weil sonst die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft hinter
der anderer Länder zurückbleibt, die Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitsplätze sinkt
und der erreichte Wohlstand nicht erhalten werden kann.
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Allgemeine Zusammeenfassung | General Summary | Résumé général |